Sonntag, 13. Oktober 2013

Toronto per Bike

Freitag war es endlich soweit. Nach ein paar netten Nachfragen und noch mehr direkteren Nachfragen wurde endlich unser Seegepäck geliefert, und auch noch vollständig. Jetzt müssen wir nur noch alles im Schrank unterbringen :-/

Da Samstag uns der Wettergott noch mal gnädig war haben wir direkt beschlossen Toronto per Bike unsicher zu machen. Die Runde hatte uns mein Betreuer empfohlen.

bissel über 41km durch Toronto
 
Los ging die Runde Richtung Wasser und dann weiter nach Osten bis zum Don River. Von dort aus ging es weiter nach Norden entlang des Flusses. Richtig schön wurde es dann als wir in den Taylor Creek Parkt abgebogen sind. Der Herbst hat hier erst begonnen und neben einigen grünen Bäumen sind wiedermal alle Farben vorhanden gewesen. Ein kleiner Bach schlängelt sich durch den Park und man kann Ihn entweder über kleine Brücken queren oder...
 
...ab durch die Mitte.
 
auf der Brücke
 
Am Ende des Parks angekommen ging es Richtung Süden und damit Richtung Lake Ontario weiter. Dort angekommen hat man einen großartigen Blick auf den See und die Küste Richtung Osten. Es ist bisschen wie an der Ostsee, nur ohne den Salzgeruch in der Luft. Aber windig war es allemal.
 
zwei am See

am Lake Ontario
 
Pause am Strand
 
Weiter ging es dann entlang des Beaches Park am Strand zurück Richtung Downtown. Aber zuvor noch schnell ein Abstecher auf die vorgelagerte Halbinsel und dem Tommy Thompsen Park. Dieser ist nur am Wochenende zugänglich und ist ne Art Naturschutzgebiet. Autos sind wohl verboten und per Rad sind auch nur 20km/h erlaubt. Es kreuzen regelmäßig kleine Schlangen den Weg - wir haben zwei gesehen. Am Ende der Halbinsel angekommen hat man einen super Ausblick auf die Toronto Islands und die dahinter liegende Stadt.
 
im Tommy Thompsen Park mit Blick auf Toronto
 
Auf dem restlichen Heimweg haben wir dann mehr und mehr gemerkt, dass unsere Räder 8 Wochen unterwegs waren. Wir waren nicht mehr an die Sättel gewohnt.
Am Abend sind wir dann noch mal schnell auf die Dachterrasse gegangen und haben den Ausblick genossen bevor sie diese Woche über den Winter geschlossen wird.
 
auch kein schlechter Ausblick!
 
Heute hat das Wetter nicht ganz so mitgespielt - Regen den ganzen Tag. Irgendwie wollten wir da auch nicht so recht aufstehen und haben das Frühstück mit dem Mittag verbinden können :-)
 
Zum Schluss noch eben der Hinweis, dass wir uns so langsam an alles hier gewöhnt haben. Wollten vorhin ein paar amerikanische Dollar aus dem Koffer holen und dabei ist uns ein 20er und 5er in Euro aufgefallen. Ihr glaubt ja nicht wie komisch die auf einmal aussehen - bissel wie Spielgeld.
 


Sonntag, 6. Oktober 2013

Huntsville

Nachdem Mittwoch die Arbeit geschafft war hieß es Sachen packen für Huntsville - eine ca. 18000 Einwohner Stadt ca. 2,5 Stunden Autofahrt nördlich von Toronto. Donnerstag früh haben wir dann das Auto von HERTZ geholt und als wir mittags noch just in time unser Navi geliefert bekommen haben konnte es losgehen.

Besagte Zeit später kamen wir dann auch in unserer Lodge an. Da einer von uns beiden beruflich nicht so sehr eingespannt ist, hatte Sie ;-) uns eine super Unterkunft rausgesucht. Traumhaft im Wald gelegen, leicht außerhalb von Huntsville und total schön am See. Das Wetter war noch sommerlich und ab Freitag sollte es regnen. Also haben wir den ersten Spaziergang durch das Herbstfarbenmeer gleich in Angriff genommen.
unsere Pow Wow Lodge - hier das Hauptgebäude
 
Herbstlicher Himmel

Zwei am See
 
Dann hat uns doch der Hunger gepackt. Also ab in die Stadt und nen netten Grill/Bar ausgesucht. Als Nachtisch haben wir uns wieder mal nen FrenchVanilla gegönnt. TimHortens gibt es schließlich überall in Kanada. Und dazu hatten uns noch so paar leckere, süße Teigbällchen (Timbits) angegrinst. Die gibt es da als 10er, 20er und 40er Pack – ca. Tischtennisball groß und in verschiedenen Geschmacksrichtungen – unverschämt lecker! Auf dem Heimweg, raus aus der Stadt haben wir dann etwas gesehen, von dem wir ganz vergessen hatten wie es aussieht – Dunkelheit! In Toronto ist es fast immer gleich hell, nur das tagsüber der Himmel eher hellblau und nachts immer dunkelblau ist ;-) Hier hingegen war es mit einmal Stockfinster! So saßen wir dann auf unserer kleinen Terrasse mit dem FrenchVanilla und den Timbits. Es war irre still – gemessen an Toronto. Ich meinte nur, dass ich ewig hier sitzen und der Stille lauschen könnte. Da sagte jemand neben mir: „Du weißt aber schon, dass ich da früher oder später rein quatschen würde…“

Rein war schwerer als Raus!

... aber drinnen war es klasse.
 
Tag zwei startete dann leider mit leichtem Regen aber dafür mit dem ersten Schwimmen in nem kanadischem See – kalt. Trotz des Regens beschlossen wir in den Algonquin Park zu fahren. Dabei handelt es sich um ein riesiges, naturschutzähnliches Gebiet. Man findet dort verschiedene Wanderwege (Trails) und auch ein ansehnliches Infocenter. Letzteres haben wir auch direkt genutzt. Nachdem der Regen weniger wurde haben wir uns dann den ersten Trail rausgesucht. Erstmal was kurzes von 2km Länge namens Lookout Trail (Aussicht Trail). Die Wege waren gut befestigt aber dafür z.T. echt steil. Und schon nach kurzer Zeit war man am Lookout…
Ausblick am Lookout Trail
 
Irgendwo da sind die Elche und Bären... angeblich!

 
Da es schon nach Mittag war uns der laut Beschreibung interessanteste Trail knapp 6 Stunden in Anspruch nehmen sollte haben wir noch ein, zwei kleinere Trails in Angriff genommen. Der Abend verlief dann fast analog zum Vorabend – andere Gaststätte, gleicher FrenchVanilla + Timbits J

Attention, Moose crossing!
 
Tag drei sollte nun der Mizzy Lake Trail her halten. Knapp 11km für welche man 6 Stunden rechnen sollte. Schien uns zuerst bissel viel, aber diesmal war es wirklich ein Trail (über Stock und Stein…) und hätte selbst bei aktiven Mitgliedern im Alpenverein Anerkennung gefunden. Somit brauchten auch wir, zügigen Schrittes knapp über 5 Stunden.

Dieser Weg...

erster kleiner See auf dem Trail

...blauer Himmel - danke...

Auf diesen Trail kann man mit Glück alles sehen, was Canada zu bieten hat. Rehe, Elche und Bären sind uns – leider?! - keine begegnet. Aber allein die Vorstellung, dass ein Elch mit ner Schulterhöhe wo ich die Stirn habe oder gar ein Bär hinter jeder Ecke stehen könnte hat schon was Besonderes. Bis auf ein paar Nagetierchen (ähnlich Eichhörnchen) gab es allerdings erst mal keine Tiere groß zu sehen. Dafür aber Natur. Und als dann auch noch die Sonne hier und da durch kam war der Tag gerettet. Auf dem zweiten Teil der Strecke haben wir dann auch noch eine kleine Schlange gesehen. Ein Stück weiter, auf einem Steg über einem Sumpfgebiet hörten wir dann unter dem Steg ein Nagen. Da war ein Bieber am werkeln. Wir konnten durch den Bretterspalt direkt unter uns sogar seine Nasenhaare vor dem hellen Birkenholz, was er bearbeitete sehen. Kurz darauf kam ein Mann, der sich auszukennen schien. Er hockte sich direkt über den Steg und meinte: „Wow, an adult male, pretty close, what a luck!“ Das ausgewachsene Männchen wollten wir jetzt aber auch noch von nahen sehen. Und Tatsache. Einmal hinhocken und den Kopf vorn über und die Nasenspitzen (deutsch Mensch – kanadisch Bieber) waren nur noch ca. 50cm entfernt voneinander. Da die Schnauze aber schon so groß war wie eine Faust riskierten wir nicht zu viel. Schon so nah dran waren wohl noch nicht viele an einem Bieber, live in der Natur.
Steg über Sumpfgebiet- hier ohne Bieber.
 
Schlange!
 
Das Hinsetzen sah weniger elegant aus.
Aber: nicht reingefallen!
 
Herbstwald


Der Trail war anstrengender als gedacht. Also beschlossen wir den späten Nachmittag noch mit ner typisch kanadischen Sache ausklingen zu lassen – Kanu fahren J  Diese waren netter weise in der Lodge kostenlos verfügbar und so sind wir dann noch ne Runde auf unserer Seite des Sees übers Wasser geschippert.
Zwei im Kanu.
 
Und nochmal im Kanu... aber nicht wackeln!
 
Die untere linke Tür war unsere.


Heute Morgen hieß es dann Sachen packen und ab auf die Heimfahrt, was gar nicht so schwer fiel, da es voll am Regnen war. Auf dem Heimweg haben wir noch mal schnell in einem Outlet nördlich von Toronto Halt gemacht. Dann noch fix den Mietwagen abgegeben und den Rest vom Abend genossen.

 
 


Mittwoch, 2. Oktober 2013

Sie haben Post...

Der letzte Arbeitstag der Woche und was findet man beim Heimkommen im Briefkasten???
Eine Postkarte aus Mallorca! Und da es die erste ist die wir hier bekommen muss Sie natürlich auch entsprechend gewürdigt werden :-))

Danke für die Urlaubsgrüße!!!
 
Waren heute noch mal eben durch die Stadt spazieren und im Eaton Centre. Wollten in nem Buchladen noch nach Karten für die Gegend um Huntsville schauen. Leider hatte sie nicht wirklich so viel da. Aber dafür andere coole Sachen. Wir bitten zu bedenken, dass wir hier weit weg sind von der Heimat, und man findet:
 
Thüringen, Sachsen!!!

Die beiden Bilder in der Buchhandlung wurden übrigens mit meinem Aldi-Samsung Handy aufgenommen. Aber wir dachten der Inhalt ist es wert gezeigt zu werden. Ein Regal weiter konnten wir dann noch ein "German" Buch mit den wichtigsten Übersetzungen inkl. entsprechender Aussprache finden. Einfach mal versuchen nach zu sprechen. Wir hoffen nicht ganz so blöd zu klingen wenn wir Englisch sprechen :-))

 German for Insinders - deutsch für Reingefallene
 
Abschließen noch ein kleines Video von mir auf Arbeit. Wenn man Nachmittags doch mal noch was zu tun hat und etwas länger bleibt kann man vor meiner Bürotür folgendes beobachten (erst ansehen, dann weiterlesen!!!)
 
Da war was!
 
Zugegeben, das ist nicht der erste Hund, den ich in einem Bürogebäude sehe. Aber hier sind nicht alle so drauf, dass Sie einfach den Hund mitbringen. Ralph ist ein Blindenhund von nem Kollegen und voll lieb! Tagsüber liegt er halt immer nur im Büro rum und kuckt gelangweilt. Und wenn dann nicht mehr so viel los ist darf er auch mal über den Flur rennen.
 
So. Genug für heute. Genießt den Feiertag! Wir werden es euch gleich tun :-))
Grüße aus Toronto